Michael Quetting
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update 20.10.2017

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Die aktuelle Kolumne in der ver.di-Zeitung DREI.63:

Ganz vorn:

Manchmal denke ich, unsere ver.di sei bipolar gestört, mal himmelhoch jauchzend und dann zu Tode betrübt, Manie und Depression.

Nicht erst seit gestern kämpfen wir für Entlastung, aktuell vorrangig im Krankenhaus, sowohl auf der politischen Ebene als auch in den Betrieben und mit der Tarifarbeit. Wir sind lauter geworden, mehr Menschen sind auf unserer Seite. Unser Ziel, ein Wahlkampfthema zu besetzen, ging, wenn auch spät, im Bundestagswahlkampf auf. So, als der junge Kollege der Kanzlerin unangenehme Fragen zur Pflege stellte oder als wir bundesweit mit der korrekten Händedesinfektion deutlich machten: Es fehlt an Kolleginnen und Kollegen. Aktionen und Streiks wie an der Charité, in Augsburg oder Düsseldorf zeigen den Ernst der Lage und unseren Willen, nicht locker zu lassen.

Das Thema ist in der politischen Arena. An manchen Stellen wird verhandelt, zumindest in einigen Bereichen will man Untergrenzen festsetzen, im Saarland will man 1.000 Pflegestellen schaffen… . Aber, richtig ändern tut sich nichts. Das Finanzierungssystem über Fallpauschalen sorgt weiter dafür, dass Personal eingespart wird. Viele meinen, das alles habe keinen Sinn. Die hören ja doch nicht auf uns. »Lass mich in Ruhe, ich bin müde und will nicht mehr.« So eine liebe Kollegin gestern, als ich sie für die nächste Aktion gewinnen wollte.

 Aber es gibt auch andere. Die sagen mir, dass alle Aktionen doch nur »Kindergeburtstage« seien. Auch sie sind unzufrieden. Wir müssten es machen wie die Piloten, heißt es auf Facebook. Warum sind wir nicht alle im Ausstand? Angesichts unerträglicher Arbeitsbedingungen brauchen wir schnelle Lösungen. Entlastung schenkt uns keine Regierung. Die müssen wir uns selbst erkämpfen. Keiner wird das für uns tun. Deswegen müssen wir überall die Organisation festigen und stärken, um einen Kampf durchstehen zu können.

Erfolge werden wir nur erreichen, wenn jene, die müde sind oder ängstlich, die meinen, es hätte ja doch keinen Sinn, wenn die mitmachen bei dem Sich wehren. Das betrifft Gewerkschaftsmitglieder wie Noch-Nicht-Mitglieder. Die Organisation ist die Voraussetzung für Erfolge.

Diese Kolleginnen und Kollegen zu überzeugen, das ist das berühmte dicke Brett. Und dazu brauchen wir die anderen, jene, die nicht mehr warten wollen, denen nichts schnell genug geht. Ihr brennt, ihr müsst die Kolleginnen und Kollegen anstecken, das ist jetzt unsere Aufgabe, damit unsere Interessen Realität werden,

meint euer Michael Quetting  

 

drei – ist die Zeitung des Fachbereichs 3 – erscheint in einer Auflage von ca. 380.000 für die Mitglieder im Bereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen als Beilage zur ver.di-PUBLIK viermal jährlich. "Ganz vorn" heißt dort die Kolumne auf Seite 1, ihr findet sie links vorne: https://drei.verdi.de/


Michael Quetting, St. Ingbert | Michael@Quetting.eu