Michael Quetting
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update 24.06.2017

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Die aktuelle Kolumne in der ver.di-Zeitung DREI.61:

Ganz vorn:

 

Pflegesensitiv. Der Gröhe hat es gesagt. Genau, der Hermann, der Bundesgesundheitsminister. Was für ein tolles Wort. Was ist das nur?

Die beim Ministerium angesiedelte Expertenkommission hat festgestellt, dass man für eine sichere Patientenversorgung mehr Personal brauche. Und nun müsse man eben in den pflegesensitiven Bereichen Personaluntergrenzen vereinbaren. Hört sich erst mal gar nicht schlecht an. Passt ja irgendwie nicht zur Logik der Fallpauschalen, der DRG.

Aber, gemach. Damit das nicht so schnell geht, hat man die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Gesetzliche Krankenversicherung in Zusammenarbeit mit der Privaten Krankenversicherung beauftragt, bis 30. Juni 2018 mal ein paar Vorschläge zu machen. Gerade hat man sich erst auf dem 16. Nationalen DRG- Forum heftig gezofft. Thomas Reumann von der Krankenhausgesellschaft hält nichts von bundesweit einheitlichen Personalvorgaben für die Krankenhäuser in der Pflege.

Keine gute Voraussetzung, wenn man nun aber solche Vorgaben für pflegesensitive Bereiche machen soll.

Was ist denn nun pflegesensitiv? Ich schaue im Internet. Ich lese: »Reine Pflege Sensitiv Seife.« Das meint der Gröhe doch nicht? Aber was dann? Sensitiv bedeutet dünnhäutig, überempfindlich, zimperlich und tüttelig. Also, überempfindliche oder zimperliche Pflege. Was denn nun?

Meine Kollegin klärt mich auf. Man meine die Bereiche, in denen Pflege besonders wichtig sei, zum Beispiel auf Intensiv. Ich verstehe. Am dermatologischen Krankenbett geht es nicht so dünnhäutig zu und beim chirurgischen Patienten ist Überempfindlichkeit nicht gefragt. Oder wie? Bis dato hatte ich immer gedacht, dass die Pflege stets sensitiv sei.

Wo Pflege gebraucht wird, wird Pflege gebraucht. Wo ein Patient oder eine Bewohnerin, da muss auch Pflege sein. Und zwar so viel wie nötig. Oder wir stellen nur noch Piloten in flugsensitiven Flugzeugen ein, oder Minister in ministersensitiven. Letzteres könnte man ja mal bedenken.

Was wir brauchen sind Personalvorgaben für alle Bereiche. Man nennt das auch Personalbemessung. Wir erwarten Vorgaben, die kurzfristig die nötige Entlastung für die Pflege bringen. Dazu bedarf es Klarheit. Untergrenzen dürfen nicht ohne Konsequenzen unterschritten werden. Stellen müssen geschaffen werden. Das ist das, was wir vom Gesetzgeber fordern. Sensitiv. Und zwar bald.

Apropos, sensitive Seife für die Pflege. Einseifen lassen wir uns nicht,

vermerkt euer Michael Quetting  

 

 

drei – ist die Zeitung des Fachbereichs 3 – erscheint in einer Auflage von ca. 380.000 für die Mitglieder im Bereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen als Beilage zur ver.di-PUBLIK viermal jährlich. "Ganz vorn" heißt dort die Kolumne auf Seite 1, ihr findet sie links vorne: https://drei.verdi.de/


Michael Quetting, St. Ingbert | Michael@Quetting.eu